Nikolaus Medler (1502 - 1551)

Es ist die Rede von dem Reformator und Lehrer, dem Prediger und Schulorganisator Nikolaus Medler, der im Jahre 1502 in Hof geboren wurde, zu­nächst die alte Pfarrschule besuchte, in Freiberg, Erfurt und Wittenberg studier­te, wo er mit Luther und Melanchthon persönlich in Kontakt kam. Danach leitete er fünf Jahre lang die Schule in Eger, musste dann wegen seiner offenkundig lutherischen Gesinnung dem Druck der Stadtobrigkeit weichen und trat an die Spitze der Hofer Pfarrschule. Es gelang dem erst 25-jährigen Rektor, das Ansehen dieser Schule deutlich zu verbessern. Außerdem verhalf Medler gemeinsam mit Kaspar Löner, dem Prediger an der Michaeliskirche, der Reformation in Hof zum Durchbruch. Doch auch hier musste Medler aufgrund seiner reformatorischen Tätigkeit weichen. Zusammen mit Löner wurde er 1531 vom Landes­hauptmann Christoph von Beulwitz aus der Stadt gewiesen.

Medlers Weg führte nach Wittenberg, wo er weitere Studien unternahm und 1535 zum Doktor der Theologie promovierte. Er wurde zu einem engen Mitar­beiter Martin Luthers, lernte aber auch das ganze wissenschaftliche Werk Melanchthons kennen. Als in Naumburg die Stelle des Superintendenten an der St.-Wenzels-Kirche frei wurde, hat Luther ihn dorthin vermittelt. In Naumburg si­cherte und vollendete Medler das dort begonnene Werk der Reformation. 1546 nahm er einen Ruf nach Braunschweig an, wo er wie in Naumburg eine Kir­chen- und Schulordnung schuf.

Als der Hofer Magistrat für sein 1546 gegründetes Gymnasium einen neuen Schulinspektor suchte, wandte man sich an Nikolaus Medler. Und dieser emp­fahl seinen Mitarbeiter und Schwiegersohn Johannes Streitberger, der am Drei­königstag 1548 sein Amt in Hof antrat. Unter Streitberger vollzog sich die ei­gentliche Umgestaltung der ehemaligen Lateinschule in eine Gelehrtenschule bzw. in ein Gymnasium. Und auch hierbei spielte Medler nicht nur indirekt eine wichtige Rolle. Er steuerte eine Schulordnung mit Weisungen für die Erteilung des Unterrichts in den artes liberales und kurz gefassten Abrissen für den An­fangsunterricht bei und schenkte 1549 dem Hofer Gymnasium ein enzyklopädi­sches Unterrichtswerk, einen dicken, eigenhändig geschriebenen Folianten.