LAUDI EST ...

Jean Pauls Schulzeit währte vom 9. Februar 1779 bis 11. Oktober 1780. (...) Auf Wunsch des Vaters, der seinen Sohn vor dem Neid der Mitschüler bewahren wollte, wurde Richter nicht in die Abschlussklasse, sondern in die "mittlere Prima" aufgenommen. Zum 1.1.1780 wechselte er in die oberste Abteilung der dreigliedrigen Prima über. Am 11. Oktober 1780 wurde Richter in einem Valediktions-Akt verabschiedet. (G. Mulzer)

"Die Klassen waren weder nach den Jahrgängen der Schüler eingeteilt, noch handelte es sich bei ihnen um Jahreskurse. Sie bezeichneten vielmehr Unterrichts-, Lern- und auch Rangstufen, weshalb die oberen drei von oben nach unten Prima, Secunda, Tertia, die unterste Sexta genannt wurden. Diese sechs Stufen waren noch ein­mal unterteilt, so daß es zwischen 8 und 10 Klassen gab. Um den Wettbewerb anzuspornen, vor allem aber um die Lernfortschritte zu testen und über den Aufstieg eines Schülers in die nächste Klasse zu entscheiden, wurde regelmäßig eine Prüfung abge­halten, das Examen publicum, dem der Superintendent als Schulinspektor beiwohnte. In Hof geschah dies im Frühling und im Herbst.
In welche Klasse ein Schüler eintreten konnte, hing von seiner durch die Eltern oder andere Hauslehrer vermittelten Vorbildung ab, und es war ihm überlassen, wann er sein Abitur, seinen Abgang an die Universität oder Academie, wie Prückner gerne sagt, wagte. Jean Paul trat mit 16 Jahren ins Gymnasium ein, nahm nach einer Prüfung unter den "mittleren Primanern" Platz, rückte schon nach 11 Monaten in die "obere Prima" vor und wurde am 11. Oktober 1780, nach nicht einmal zweijähriger Schulzeit verabschiedet" (J. N. Prückner: Synchronistik und Lebensläufe der Lehrer am Hofer Gymnasium von 1502 bis 1817; Hof, 1999, S. 40)