Der Bibliotheksbestand im Jahre 1795

Rektor Johann Theodor Benjamin Helfrecht veröffentlicht im Jahre 1795 eine Auflistung des Bestandes der Schulbibliothek. Im Vorwort würdigt er den in diesem Jahr erfolgten Zugang der Bibliothek des Hofer Landeshauptmanns: 

"Der edle und sehr verdienstvolle Herr Minister, Geheime Rath und Landeshauptmann, Philipp Ludwig von Weitershausen, dessen Asche Hof in jedem Zeitalter verehren wird, stiftete sich auch hierdurch ein bleibendes Denkmahl unter uns, daß er dem hiesigen Gymnasium seine ganze vortreffliche Büchersammlung zu öffentlichem Gebrauche in seinem den 10. Aug. 1795 eröffneten Testamente vermachte: ein Monument, bleibender und ehrenvoller, als Erz und Marmor, geschmakvoll, wie sein ehemaliger Besitzer; ein überaus ansehnliches Geschenk, wie noch keines unserer Schule gegeben wurde. Der innere Werth dieser Bücher, davon keines unbrauchbar ist, mit äußerlichem Glanze verbunden, macht erst unsere Bibliothek so schätzbar, als ansehnlich. Ich habe sie nach Dessen eigenhändigem hinterlassenem Kataloge bereits in Empfang genommen, und in einem feuervesten Rectorats-Gewölbe in der oberen Etage aufgestellt.

(...) Was er mit vieler Sorgfalt und guter Auswahl gesammlet hatte, ist nun unser Eigenthum durch sein Vermächtnis. Es muß uns um so schätzbarer seyn, je weniger von der Staatengeschichte, von der Naturgeschichte, von der Cammeralwissenschaft, von der neuen Litteratur, von den schönen Künsten und Wissenschaften vorhanden war.

Bey andern Stiftungen dieser Art war vieles, was zu unsern Zeiten wenig oder gar nicht mehr brauchbar ist. Hier findet man kein unbrauchbares Buch, sondern die schätzbarsten Werke, welche sonst gewiß nicht in unsere Bibliothek gekommen seyn würden. Ich will zum Beweise nur die allgemeine Weltgeschichte in 60 Bänden, das französische dictionnaire encyclopedique, Büffons Naturgeschichte, Wielands sämmtliche Werke, die meisten klassischen Schriftsteller Frankreichs, die allgemeine teutsche Bibliothek in 153 Bänden anführen."